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Photovoltaikanlage: Umsatzbesteuerung des
Privatverbrauchs neu geregelt
 
  Wenn Sie sich eine Photovoltaikanlage anschaffen und den damit erzeugten
Strom an den örtlichen Netzbetreiber verkaufen, werden Sie zum Unternehmer
im Sinne des Umsatzsteuergesetzes. Die Höhe der Einspeisevergütung richtet
sich in diesem Fall nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Durch eine
Novelle des EEG im Jahr 2012 ist die Förderung des Eigenverbrauchs von
Solarstrom entfallen. Seither muss auch der selbst genutzte Strom der
Umsatzsteuer unterworfen werden.

Beispiel: Ein Privatmann P lässt auf dem Dach seines Einfamilienhauses eine
Photovoltaikanlage (Leistung: 5 kW) installieren. Die Baukosten betragen
10.000 EUR zuzüglich 1.900 EUR Umsatzsteuer. P geht bei der Anschaffung
davon aus, etwa 20 % des erzeugten Stroms privat zu verbrauchen.

Er speist im ersten Jahr 3.900 kWh Strom ins öffentliche Netz ein, kann die
insgesamt erzeugte Menge jedoch nicht nachweisen, da die Anlage keinen
Zähler für den selbstgenutzten Strom hat. Zur Deckung seines Eigenbedarfs
bezieht P zusätzlich Strom von einem Energieversorgungsunternehmen für
0,21 EUR/kWh zuzüglich Umsatzsteuer sowie einen monatlichen Grundpreis
von 5,50 EUR zuzüglich Umsatzsteuer.

Durch den Betrieb der Anlage wird P zum Unternehmer. Daher kann er aus den
Anschaffungskosten 1.900 EUR als Vorsteuer geltend machen. Die private
Stromnutzung muss er versteuern. Da er die insgesamt erzeugte Strommenge
nicht genau gemessen hat, muss er sie schätzen.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) lässt die Schätzung der
Gesamtstrommenge anhand einer Volllaststundenzahl von 1.000 kWh/kWp zu
(jährlich erzeugte Kilowattstunden pro Kilowatt installierter Leistung). Zwar
gilt dies grundsätzlich für alle offenen Fälle. Doch kann sich das hier
beschriebene Problem erst für Fälle seit dem 01.04.2012 ergeben.

Da die Anlage von P eine Gesamtleistung von 5 kW hat, ergibt sich eine
Gesamtstrommenge von 5 x 1.000 kWh pro Jahr als Schätzwert. Der privat
verbrauchte Strom ergibt sich damit aus der Differenz 5.000 kWh - 3.900 kWh
= 1.100 kWh.

Die Höhe der Umsatzsteuer ergibt sich in diesem Fall aus dem Einkaufspreis
für den übrigen privat verbrauchten Strom. P muss daher 1.100 kWh mit 0,21
EUR/kWh plus den Grundpreis von 12 x 5,50 EUR, also 297 EUR versteuern.
Daraus ergibt sich ein Umsatzsteuerbetrag von 56,43 EUR. Demgegenüber
steht der volle Vorsteuerabzug aus der Anschaffung der Anlage.

Hinweis: Für große Anlagen (ab 10 kW) gelten andere Regelungen. Bei diesen
wird der Privatverbrauch an Strom im Regelfall genau gemessen, so dass
keine Schätzung erforderlich ist.