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Vermietung unter Angehörigen: Die Fremdüblichkeit
muss Bestand haben
 
  Für eine Vermietung unter Fremden interessiert sich das Finanzamt
normalerweise nicht sonderlich. Ein Vorteil - ob beim Mieter oder beim
Vermieter - wird maximal als Verhandlungsgeschick betrachtet. Bei einer
Vermietung unter nahen Angehörigen wird er dagegen als gewollte Zuwendung
qualifiziert. Und das hat handfeste steuerliche Auswirkungen.

Diese bekam kürzlich auch ein Rechtsanwalt zu spüren, der seiner Ehefrau
einige Räume für ihre Praxis vermietet hatte. Um steuerlich anerkannt zu
werden, muss ein Mietverhältnis fremdüblich sein. Das heißt nach Auffassung
des Finanzgerichts München nicht nur, dass eine Miete in angemessener Höhe
vereinbart, sondern dass das Mietverhältnis auch durchgesetzt werden muss.
Die Mietzahlungen müssen regelmäßig fließen; bei Nichtzahlung sollte eine
Mahnung erfolgen - und keine Stundung. Denn niemand würde einen Fremden
ohne Grund über Jahre hinweg mietfrei bzw. gestundet bei sich wohnen
lassen. Die Fremdüblichkeit muss zudem Bestand haben. Es reicht nicht aus,
wenn von Zeit zu Zeit zwar ein fremdübliches Mietverhältnis durchgesetzt,
anschließend aber immer wieder aufgegeben wird.

In der Nachweispflicht ist hierbei der Vermieter. Der Rechtsanwalt, der bereits
mit einem Urteil aus 2010 auf die Probleme mit dem Mietverhältnis
hingewiesen worden war, hatte auch beim zweiten Verfahren keinen Nachweis
für eine durchgängige Fremdüblichkeit desselben erbringen können.

Die Konsequenzen dieser Nachlässigkeit waren hart: Das Mietverhältnis wurde
steuerlich nicht anerkannt. Die Werbungskosten konnten dementsprechend
auch keine steuermindernde Wirkung entfalten. Für den Rechtsanwalt
bedeutete das über mehrere Jahre hinweg jeweils ca. 10.000 EUR weniger
Aufwand (bzw. mehr Einkommen) im Steuerbescheid.

Hinweis: Vermieter sollten bei Verträgen mit nahen Angehörigen immer auf
den Fremdvergleichsgrundsatz achten! Wir beraten Sie gerne hierzu bzw.
machen Sie bei Unstimmigkeiten auch unaufgefordert auf mögliche Risiken
aufmerksam.