.: Home :.
.: Steuerbüro :.
.: Kontakt :.
.: Mandanteninfo :.
.: Anfahrt :.
.: Impressum :.
 

Mandanteninformationen


 
Zinsloses Darlehen: Ist der Aufwand aus dem
Verbrauch des Nutzungsvorteils als Betriebsausgabe
abziehbar?
 
  Häufig sind mehrere Kapitalgesellschaften in einer Unternehmensgruppe
miteinander verflochten - sowohl gesellschaftsrechtlich als auch wirtschaftlich.
In der Regel bildet eine Kapitalgesellschaft die (Konzern-)Spitze; unter ihr sind
dann mehrere Tochterkapitalgesellschaften angesiedelt.

Naturgemäß sind die Tochtergesellschaften unterschiedlich stark mit Kapital
ausgestattet. Liquiditäts- bzw. Kapitalengpässe werden oftmals durch
untereinander gewährte Darlehen gesteuert. Dabei werden sie manchmal auch
unverzinslich untereinander gewährt, was steuerlich zu relativ komplexen
Folgen führt.

Beispiel: Eine Muttergesellschaft (M-GmbH) hat zwei
Tochterkapitalgesellschaften (T-GmbH 1 und T-GmbH 2). Die T-GmbH 1
gewährt der T-GmbH 2 ein unverzinsliches Darlehen. Es handelt sich dabei um
einen sogenannten Dreiecksfall. Da beide Gesellschaften Töchter der M-GmbH
sind, wird unterstellt, dass letztere das Darlehen von der T-GmbH 1
bekommen und an die T-GmbH 2 weitergereicht hat. Diese "Durchreichung
des Darlehens" führt bei der M-GmbH einerseits zu einem fingierten
Zinsertrag und andererseits zu einem fingierten Zinsaufwand.

Der fingierte Zinsertrag stellt bei der M-GmbH einen Beteiligungsertrag aus
einer verdeckten Gewinnausschüttung dar, während der fingierte Zinsaufwand
als Nutzungsverbrauch einen Aufwand darstellt. In einem aktuellen Urteilsfall
stellte sich jetzt die Frage, ob der Aufwand aus dem Nutzungsverbrauch
(fingierter Zinsaufwand) als Betriebsausgabe abzugsfähig ist. Dies bejahten
die Richter des Bundesfinanzhofs - allerdings nur für Aufwände ab dem
Veranlagungszeitraum 2004.

Hinweis: Bis einschließlich 2003 war der fingierte Zinsaufwand aufgrund einer
spezialgesetzlichen Regelung nicht abziehbar. Diese Vorschrift wurde jedoch
zum Veranlagungszeitraum 2004 für Kapitalgesellschaften abgeschafft.