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Wechsel der Steuerschuldnerschaft: BMF klärt
Zweifelsfragen der Bauleister
 
  Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat nun auch die letzten Fragen im
Zusammenhang mit der - seit dem 01.10.2014 geltenden - Neuregelung des
Wechsels der Steuerschuldnerschaft bei Bauleistungen geklärt.

Vor allem hat es den Begriff des Bauleisters definiert: Ein Bauleister ist
demnach ein Unternehmer, der nachhaltig Bauleistungen erbringt. Das
Kriterium der Nachhaltigkeit ist dann erfüllt, wenn er mindestens 10 % seines
Weltumsatzes mit Bauleistungen erwirtschaftet. Unternehmer, die
Bauleistungen unterhalb dieser Grenze erbringen, gelten damit im Regelfall
nicht als Bauleister. Sie müssen denWechsel der Steuerschuldnerschaft für
Bauleistungen nicht beachten.

Im unternehmerischen Alltag muss der leistende Unternehmer
(Subunternehmer) erkennen, ob sein Vertragspartner, der die Bauleistung
empfängt, ebenfalls ein Bauleister ist. Dazu hat das BMF ein eigenes
Nachweisverfahren eingeführt. Hat das Finanzamt dem Leistungsempfänger
den Vordruck "USt 1 TG" ausgestellt, kann der Subunternehmer davon
ausgehen, dass es zum Wechsel der Steuerschuldnerschaft kommt. Er darf
dann nur eine Nettorechnung ausstellen.

Hinweis: Die Bescheinigung ist maximal drei Jahre lang gültig.

Besitzt der Leistungsempfänger den Nachweis, legt ihn seinem
Vertragspartner aber nicht vor, geht die Steuerschuldnerschaft trotzdem auf
ihn über. Als Subunternehmer sollten Sie deshalb grundsätzlich nach dem
Vordruck "USt 1 TG" fragen. Kann Ihr Vertragspartner diesen nicht vorweisen
(im Original oder als Kopie), sollten Sie mit gesondert ausgewiesener
Umsatzsteuer abrechnen. Als Leistungsempfänger sollten Sie Ihrem
Vertragspartner den Vordruck noch vor Abschluss der Vereinbarung vorlegen.

Hinweis: Klassische Bauträger gelten seit dem 01.10.2014 nicht mehr als
Bauleister und müssen den Wechsel der Steuerschuldnerschaft somit auch
nicht in Erwägung ziehen.