.: Home :.
.: Steuerbüro :.
.: Kontakt :.
.: Mandanteninfo :.
.: Anfahrt :.
.: Impressum :.
 

Mandanteninformationen


 
Rückwirkende Umwandlung: Keine
Verlustverrechnung allein wegen Rückwirkung
 
  Gerade bei Umwandlungen von Unternehmen wird das "Katz-und-Maus-Spiel"
von Gesetzgebern und Steuerberatern sehr deutlich. Kurz nachdem ein
umfangreiches Schreiben des Bundesfinanzministeriums zum
Umwandlungssteuergesetz veröffentlicht wurde, setzte die Beraterschaft alles
daran, Regelungslücken aufzuspüren und zu nutzen. So wurde zum Beispiel
eine Lücke aufgetan, aufgrund derer - allein durch die Rückwirkung von
Umwandlungen - eine Verlustverrechnung erzielt werden konnte, die
ansonsten nicht möglich war. Denn Unternehmensumwandlungen sind bei
Kapitalgesellschaften grundsätzlich bis zu acht Monate rückwirkend möglich.

Beispiel: A ist alleiniger Gesellschafter der A-GmbH, welche zum 31.12.2013
einen Verlustvortrag und gleichzeitig stille Reserven in Höhe von 100.000 EUR
hat. Am 30.06.2014 verkaufte A alle Anteile an B. Zu diesem Zeitpunkt
betrugen die stillen Reserven nur noch 30.000 EUR. Da B jedoch bereits
Alleingesellschafter der B-GmbH war und alle seine unternehmerischen
Tätigkeiten auf eine GmbH konzentrieren wollte, verschmolz er -
zulässigerweise - die A-GmbH auf die B-GmbH, und zwar zum gemeinen Wert
rückwirkend zum 01.01.2014.

Durch den Verkauf der Anteile am 30.06.2014 fallen grundsätzlich alle
Verlustvorträge weg - bis auf jenen in Höhe der stillen Reserven, also 30.000
EUR. Da B jedoch rückwirkend verschmilzt - und zwar unter Aufdeckung der
stillen Reserven -, könnte er theoretisch sogar den vollen Verlustvortrag in
Höhe von 100.000 EUR nutzen.

Nachdem den Finanzbehörden derartige Sachverhalte aufgefallen waren,
wurde das Gesetz geändert. Nach aktueller Gesetzeslage ist der Verlustvortrag
nur noch in der Höhe nutzbar, in der er auch ohne Rückwirkung bestehen
bleiben würde - in obigem Beispielsfall also in Höhe von 30.000 EUR.

Hinweis: Obwohl diese aktuelle Gesetzesfassung schon seit dem 06.06.2013
anwendbar ist, hat das Finanzministerium Brandenburg erst vor kurzer Zeit
einen erläuternden Erlass zu dieser neuen Verhinderungsvorschrift verfasst,
der diese anschaulich darstellt.