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Mandanteninformationen


 
Dankeschön vom Kunden: Einkünfte aus
freiberuflicher Tätigkeit oder Schenkung?
 
  Wissen Sie als Selbständiger eigentlich immer, ob Sie von Ihrem Kunden
gerade für Ihre Tätigkeit entlohnt werden oder möglicherweise ein privates
Geschenk erhalten? In den meisten Fällen wird das eher unbeachtlich sein.
Doch hin und wieder kommt es vor, dass Sie diese Bereiche steuerrechtlich
trennen müssen.

So hatte kürzlich ein Rechtsanwalt, der in einer Partnerschaftsgesellschaft
tätig war, von einer Mandantin eine halbe Eigentumswohnung geschenkt
bekommen. Nach dem Gesellschaftsvertrag sollten zwar sämtliche Einnahmen
aus der gemeinschaftlichen Berufstätigkeit der Gesellschaft zugutekommen.
Der Anwalt verstand die Schenkung aber als Wertzuwachs im privaten Bereich,
denn er unterhielt ein sehr intensives und freundschaftliches Verhältnis zu der
Mandantin. So zahlte er dann auch Schenkungsteuer. Das für die Gesellschaft
zuständige Finanzamt wertete die Einnahme dagegen als Einkünfte der
Gesellschaft und erhöhte deren Gewinn und Umsatzsteuerzahllast.

Das Finanzgericht Münster ordnete diese Zuwendungen ebenfalls der
beruflichen Sphäre zu. Denn es kommt nicht darauf an, ob eine konkrete,
einzelne Beratungsleistung mit dem erhaltenen Wert zusammenhängt.
Vielmehr reicht es aus, dass die allgemeine anwaltliche Tätigkeit ursächlich
für die Schenkung war. Unter anderem hatte der Anwalt selbst verlauten
lassen, dass die Übertragung eine Art Dankeschön für seine besondere
Leistung und den hohen Einsatz war - also für seine anwaltliche Tätigkeit
insgesamt. Gegen die These der privaten Schenkung sprach auch, dass die
zwischenzeitlich verstorbene Mandantin ihn in keinster Weise im Testament
bedacht hatte.

Doch die Bewertung des Vorgangs und die Einordnung als Einkünfte aus
freiberuflicher Tätigkeit sind nur die eine Seite des Falls. Denn wenn die
Mitgesellschafter nicht wissen, dass der Kollege eine Eigentumswohnung
erhalten hat, dann stellt diese nach höchstrichterlicher Rechtsprechung eine
Sonderbetriebseinnahme des beschenkten Gesellschafters dar. Und nur dann
sind auch die umsatzsteuerlichen Konsequenzen zu ziehen.

Hinweis: Da der Bundesfinanzhof eine Nichtzulassungsbeschwerde gegen
dieses Urteil positiv beantwortet hat, vertritt er in dieser Frage
möglicherweise eine andere Auffassung. Wir werden den Rechtsgang für Sie
weiter beobachten. Denn vor allem bei Personengesellschaften kann das
Handeln einzelner Gesellschafter einen steuerlichen Schaden für die anderen
verursachen.