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Mandanteninformationen


 
Doppelte Haushaltsführung: Lebensmittelpunkt kann
auch durch Zeugenaussagen gestützt werden
 
  Kosten einer doppelten Haushaltsführung sind steuerlich nur abziehbar, wenn
der Arbeitnehmer seinen Lebensmittelpunkt am Erstwohnsitz beibehält.
Sofern sich dieser an den Ort seiner Zweitwohnung verlagert, ist es aus
steuerlicher Sicht nicht länger gerechtfertigt, die Kosten eines doppelten
Haushalts anzuerkennen. Arbeitnehmer sind daher bestrebt, dem Finanzamt
bzw. Finanzgericht (FG) nachzuweisen, dass sie ihren Lebensmittelpunkt am
Erstwohnsitz beibehalten haben. Ein neuer Beschluss des Bundesfinanzhofs
(BFH) zeigt, dass dabei auch eine Zeugenvernehmung in Betracht gezogen
werden muss.

Im Entscheidungsfall hatte ein Sohn gegenüber dem Finanzgericht mehrfach
beantragt, seinen Vater als Zeugen zu verhören. Die Finanzrichter lehnten
dessen Vernehmung jedoch ab und urteilten, dass der Sohn seinen
Lebensmittelpunkt nicht glaubhaft nachgewiesen hat.

Der BFH hob dieses Urteil jedoch auf und erklärte, dass das FG den
Sachverhalt nicht vollständig aufgeklärt hatte. Gerichte sind verpflichtet, den
entscheidungserheblichen Sachverhalt so vollständig wie möglich aufzuklären,
das heißt das FG hätte den Vater als Zeugen hören müssen. Dies wird nun
nachzuholen sein.

Hinweis: Das Urteil zeigt, dass die Gerichte entsprechende Beweisanträge
nicht einfach übergehen können und dass Arbeitnehmer ihren
Lebensmittelpunkt durch Zeugenaussagen stützen können. Beim Nachweis des
Lebensmittelpunkts können in der Praxis auch Rechnungen, Quittungen und
Vereinsbestätigungen dienlich sein, aus denen sich ein "Bewegungsbild" des
Arbeitnehmers ableiten lässt. Wer einen doppelten Haushalt führt, sollte
daher unbedingt alle Belege aufbewahren, die sein Privatleben am
Erstwohnsitz dokumentieren. Nur mit einer guten Beweisführung kann der
Lebensmittelpunkt am Erstwohnsitz glaubhaft gemacht werden.