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Doppelte Haushaltsführung: Liegt ein eigener
Hausstand am Wohnsitz der Eltern vor?
 
  Eine doppelte Haushaltsführung wird von den Finanzämtern nur anerkannt,
wenn der Arbeitnehmer am Erstwohnsitz einen eigenen Hausstand unterhält.
Ist er dort lediglich in einen fremden Haushalt eingegliedert (z.B. bei den
Eltern), ohne die Haushaltsführung wesentlich mitbestimmen zu können, kann
er die Kosten des zweiten Haushalts nicht steuermindernd einsetzen.

Der Bundesfinanzhof (BFH) weist in einem neuen Urteil darauf hin, dass eine
eigene Haushaltsführung des Arbeitnehmers aber auch dann angenommen
werden kann, wenn er einen Haushalt gemeinsam mit seinen Eltern "auf
Augenhöhe" führt. In diesem Fall des sogenannten
Mehrgenerationenhaushalts, der regelmäßig bei älteren und wirtschaftlich
selbständigen Arbeitnehmern vorliegt, ist es nicht erforderlich, dass er über
eine komplett abgeschlossene Wohnung zur alleinigen Nutzung am
Erstwohnsitz verfügt.

Der Urteilsfall betraf einen ledigen Arbeitnehmer, der seinen Erstwohnsitz in
den Jahren 2004 und 2005 im Haus der Eltern eingerichtet hatte. Diese hatten
für ihn in ihrem Mehrfamilienhaus auf eigene Kosten einen zusätzlichen
Kellerraum mit Waschgelegenheit angemietet. Das Finanzgericht (FG) hatte
die doppelte Haushaltsführung nicht anerkannt und auf einen fehlenden
eigenen Hausstand hingewiesen. Maßgeblich war für die Finanzrichter, dass
dem Arbeitnehmer in dem Raum kein eigenständiges Wirtschaften möglich
war, da dort Kochgelegenheit und Sanitäranlagen fehlten. Aufgrund der
Entscheidung des BFH muss das FG nun in einem zweiten Rechtsgang prüfen,
ob womöglich ein anerkennungswürdiger Mehrgenerationenhaushalt vorliegt.

Hinweis: Die vorliegende doppelte Haushaltsführung würde nach dem neuen,
ab 2014 geltenden Reisekostenrecht bereits deshalb steuerlich nicht
anerkannt, weil sich der Arbeitnehmer am Erstwohnsitz nicht selbst an den
laufenden Kosten der Lebensführung beteiligt hat. Diese Kostenbeteiligung ist
ab 2014 aber zwingende gesetzliche Voraussetzung für die Anerkennung einer
doppelten Haushaltsführung. Der Arbeitnehmer muss die Wohnung zudem
neuerdings aus eigenem Recht (als Mieter oder Eigentümer) oder aus
abgeleitetem Recht (z.B. als Ehegatte, Lebenspartner oder Lebensgefährte)
nutzen. Das Bundesfinanzministerium hat in einem Erlass zur neuen
Rechtslage erklärt, dass sich der Arbeitnehmer nicht nur mit Bagatellbeträgen
an den Kosten beteiligen darf; regelmäßig muss er mehr als 10 % der
monatlich anfallenden laufenden Kosten tragen. Lediglich bei Arbeitnehmern
mit den Steuerklassen III, IV und V wird die hinreichende finanzielle
Beteiligung ohne weitere Prüfung unterstellt.