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Fremdfinanzierte GmbH-Beteiligung: Nachträgliche
Schuldzinsen sind ab 2009 nicht mehr abziehbar
 
  Wer eine fremdfinanzierte wesentliche Kapitalbeteiligung des
Privatvermögens veräußert, kann seine nachträglich anfallenden Schuldzinsen
zumindest bis einschließlich 2008 als Werbungskosten bei den
Kapitaleinkünften abziehen - das hat der Bundesfinanzhof (BFH) bereits 2010
entschieden. Fraglich war bislang, ob ein solcher nachträglicher
Werbungskostenabzug auch für Zeiträume ab 2009 möglich ist.

Hinweis: Zum 01.01.2009 ist die Abgeltungsteuer in Kraft getreten; im Zuge
der Neuregelungen hat der Gesetzgeber ein umfangreiches
Werbungskostenabzugsverbot für Kapitaleinkünfte geschaffen.

Das Finanzgericht Düsseldorf (FG) hatte 2012 erklärt, dass das
Werbungskostenabzugsverbot nur für Kapitalerträge gilt, die nach dem
31.12.2008 zufließen; auf den Zahlungszeitpunkt der Aufwendungen kam es
nach dem Urteil nicht an. Wird eine Beteiligung vor dem 01.01.2009 veräußert
(im Urteilsfall: 2001), können die darauf entfallenden nachträglichen
Schuldzinsen nach Ansicht des FG auch ab 2009 weiterhin als Werbungskosten
abgezogen werden, da sie wegen des früheren Anteilsverkaufs nicht mit
Einnahmen (aus der Beteiligung) zusammenhängen, die nach dem 31.12.2008
zufließen.

Hinweis: Nach dieser Argumentation ist ein Schuldzinsenabzug also weiterhin
möglich, wenn die zugrundeliegende Beteiligung bereits vor Inkrafttreten der
Abgeltungsteuer veräußert worden ist und somit keine Einkünfte mehr
generiert, die unter das System der Abgeltungsteuer fallen.

Der BFH hat diese begünstigende Entscheidung nun jedoch aufgehoben und
entschieden, dass nachträgliche Schuldzinsen ab 2009 nicht mehr abgezogen
werden können. Die Bundesrichter erklärten, dass aus der
Anwendungsvorschrift zum Werbungskostenabzugsverbot nicht geschlossen
werden kann, nachträgliche Schuldzinsen seien stets vollständig als
Werbungskosten abziehbar, wenn aus der zugrundeliegenden Kapitalanlage ab
2009 keine Erträge mehr fließen. Diese Annahme würde zu Systembrüchen bei
der Abgeltungsteuer führen.